Die Notwendigkeit, sich an den Klimawandel anzupassen

Die Zunahme von Starkregenereignissen und Hitzeepisoden durch den Klimawandel stellt mittlerweile ein ernstes Gesundheitsrisiko für die die Stadtbevölkerung dar. In den letzten Jahren wurden deshalb bereits in zahlreichen Städten deutliche Anstrengungen unternommen, um für weitere Hitzephasen vorzusorgen. Auch in unserem Wald in Groß-Umstadt, an unseren Bäumen, konnten wir besonders im letzten Jahr deutlich erfahren, was Hitze und Trockenheit auch bei uns bereits bewirken. Wir haben die regionalen Auswirkungen des Klimawandels dort direkt vor unseren Augen: der Klimawandel rückt mehr und mehr auch in unseren Alltag und in unser Bewusstsein. Und er schreitet voran, auch wenn wir Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen.

Wir können das nicht verhindern, aber wir können auch in Groß-Umstadt manches dafür tun, um uns an die veränderten Klimabedingungen wie Hitze und Starkregen anzupassen. Das hilft uns, besser mit den Folgen des Klimawandels umzugehen, Schäden zu verringern und unsere Chancen zu nutzen. Inwieweit wir unsere Wohnorte klimafit machen, wird in Zukunft maßgeblich darüber entscheiden, wie wir mit lang andauernden Hitzephasen und Trockenheit zurechtkommen.

Entsiegelte Flächen und viel Grün in der Stadt tragen wesentlich zur Kühlung unserer Umgebung bei. Straßen, Fassaden und Flächen, die beschattet sind, heizen sich tagsüber weniger stark auf und strahlen nachts weniger Hitze ab. Bäume in der Innenstadt verbessern also nicht nur die Luftqualität, sondern sorgen auch für eine Absenkung der Umgebungstemperatur um mehrere Grad Celsius. Auch Fassaden- und Dachflächenbegrünungen reflektieren das Sonnenlicht und produzieren durch die Verdunstung von Wasser über die Blätter kühlere Luft.

Offene Wasserflächen oder Bachläufe haben durch ihre Verdunstung ebenfalls eine kühlende Wirkung auf die Umgebung. Gerade für Menschen ohne Balkon oder Garten sind öffentliche Grünflächen und Grünanlagen mit offenen Wasserflächen wichtige Orte, an denen sie sich erholen, mit anderen Menschen treffen und abkühlen können. Wir in Groß-Umstadt feiern gerne miteinander, dazu braucht es besonders im Hochsommer Plätze, die kühl und schattig sind.

Von großer Bedeutung wird es vor allem sein, wie wir es schaffen, tagsüber das Erhitzen unserer Umgebung zu verhindern und nachts dafür zu sorgen, dass es wieder abkühlen kann. Wir brauchen also Gebiete, die kühle Luftmassen aus freien Flächen in die angrenzenden Wohngebiete transportieren. Das funktioniert aber nur, wenn der Weg der Luftmassen (Kaltluftschneisen) nur gering oder am besten gar nicht bebaut ist. In bestehende Kaltluftschneisen sollte aus Gründen der Kühlungswirkung deshalb nicht mehr gebaut werden!

Was wir tun können, ist dafür zu sorgen, bei Regen möglichst viel Wasser zu speichern und zu sammeln. Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass es in Deutschland nicht weniger regnet als früher. Es regnet nur nicht mehr so oft, doch wenn, dann deutlich stärker.
Es gibt schon Städte, die ihre Stadtplanung deshalb nach dem Prinzip einer „Schwammstadt“ausrichten, also Wasser überall, wo es möglich ist, speichern. In Leipzig gibt es bereits ein Schwammviertel. Auch in Groß-Umstadt sollte Regenwasser beispielsweise in Zisternen und in Regenwasserbehältern für trockene Zeiten gesammelt werden. Es muss Ziel von allen sein, den Grundwasserspiegel zu schonen und das dringend benötigte Wasser, wenn es vom Himmel fällt, nicht im Kanal davon fließen zu lassen. Wasser, das nicht (mehr) benötigt wird und das nichtdurch Spül- oder Reinigungsmittel verunreinigt ist, sollte wieder auf die Böden und versickern. Selbst wenn es regnet. Denn jeder Tropfen zählt.

Annette Huber
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Groß-Umstadt
Kandidatin Stadtverordnetenversammlung, Listenplatz 1
Kreistag, Listenplatz 3

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