Weltcafé „Ist Pflege weiblich?“ am internationalen Frauentag

Mit Kordula Schulz-Asche, MdB und weiteren Expertinnen und Experten am 8. März 2020 in der Goldenen Krone, Groß-Umstadt.

Care-Worker*innen sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Sie kümmern sich in jeglichen Lebenslagen, erziehen, pflegen und unterstützen uns. Dabei arbeiten sie oft für wenig Lohn über alle Belastungsgrenzen hinweg. Es ist Zeit für Anerkennung, gerechte Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen!
In den Bereichen soziale Arbeit, haushaltsnahe Dienst- leistungen, Gesundheit, Pflege und Erziehung arbeiten bis zu 80% Frauen. Sie sind Stütze, Vorbild, Expertin oder Spielkameradin. Ihre Verantwortung ist groß, doch ihr Gehalt und ihre Mitsprache viel zu gering – gerade weil es sich um „typische Frauenberufe“ handelt.
Wir wollen die Attraktivität von Care-Berufen erhöhen und die Voraussetzungen schaffen, damit Menschen diesen auch lange nachgehen können (und wollen!). Denn in Zukunft brauchen wir noch deutlich mehr Menschen, die in Pflege und Erziehung arbeiten.
Care-Worker*innen kümmern sich. Kümmert’s dich?
Wir wollen die Arbeitsbedingungen in sozialen Berufen verbessern. Konkret heißt das:
-mehr Personal
– bessere Bezahlung
– geringere Arbeitszeit
– mehr Mitsprache und Aufstiegsmöglichkeiten
Wir wollen das sogenannte „Gender Pay Gap“ (die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern) verringern und fordern, dass die Verantwortung, die Menschen in sozialen Berufen täglich unter körperlicher und psychischer Belastung tragen, anerkannt wird.
Mitgefühl ist schön. Mitbestimmung noch schöner.
Allgemein verbindliche Tarifverträge für Soziale Berufe:
Wir setzen uns für branchenweit verbindliche Tarif- verträge von Gewerkschaften und Arbeitgebern für Care-Berufe ein.
Mehr Mitsprache – eine Lobby für die Pflege: Pflege- kräfte brauchen bessere Mitspracherechte im Pflege- und Gesundheitssystem z.B. durch Pflegekammern.
Bessere Mitgestaltung der Arbeitszeiten: Beschäftigte müssen eine gesetzlich garantierte Mitsprache über den Umfang und die Einteilung ihrer Arbeitszeit erhalten, damit Arbeit gut in ihr Leben passt. Zudem sollen Beschäftigte ein Recht auf Arbeitszeitverkürzung bekommen.
Mehr Anerkennung ist toll. Mehr Kolleg*innen noch toller.
Ausreichend Personal in Pflegeeinrichtungen: Auf Bundesebene müssen zügig bedarfsgerechte Personal- bemessungsinstrumente erarbeitet und verbindlich eingeführt werden.
Mehr Fachkräfte gewinnen: Wer eine Umschulung zur Pflegekraft macht, soll ein Weiterbildungsgeld erhalten, das 200 Euro höher ist als das individuelle Arbeitslosengeld.
Ein guter Betreuungsschlüssel in allen Kitas: Eine Erzieherin oder ein Erzieher soll künftig höchstens drei Kinder unter drei Jahren beziehungsweise höchstens acht ältere Kinder betreuen. Das müssen wir gesetzlich bundesweit sicherstellen.
Wertschätzung ist gut. Zukunfts- perspektiven sind besser.
Schluss mit dem Schulgeld in allen sozialen Berufen:
Die Ausbildung in sozialen Berufen muss kostenfrei sein und sollte vergütet werden.
Berufsaufstieg im sozialen Bereich erleichtern: Wer im Beruf aufsteigen und sich fortbilden möchte, erhält ein Weiterbildungs-BAföG und befristete Freistellungen für Weiterbildungen.

#WhoCares? We do!

Jetzt mitmachen unter gruene.de/whocares
V.i.S.d.P.: Ricarda Lang, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Platz vor dem Neuen Tor 1, 10115 Berlin
Kontakt: frauen@gruene.de

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