Fahrrad in einem Mobilitätskonzept der Zukunft Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Follmann

„Jede 3. Fahrt mit dem PKW ist kürzer als 3 Kilometer und jede 2. Fahrt kürzer als 5 km“. So begann Prof. Follmann von der Hochschule Darmstadt, der dort eine anerkannte Kapazität für Verkehrswesen ist, seinen Vortrag über die Einbindung des Fahrrads in zukünftige Mobilitätskonzepte. Die Zahlen machen deutlich, welche großen Potenziale es für das Fahrrad gibt und welche Entlastung für Mensch und Umwelt möglich wäre, wenn sich diese Potenziale entfalten könnten.

Dazu müssen aber erst die Voraussetzungen geschaffen werden. Prof. Follmann sieht durchaus Ansätze, die aus der Mitte unserer Gesellschaft kommen und für ein besseres Miteinander eintreten. Die Verhältnisse in Straßenverkehr sind ein Teil davon. Die Vorherrschaft des Autos wird inzwischen häufiger in Frage gestellt. Allerorten entstehen Konzepte für die Vernetzung von Verkehrsmitteln und für eine neue Gestaltung des Verkehrsraums. Das Fahrrad spielt dabei eine immer bedeutendere Rolle.

Die Niederländer sind vielfach Vorbild. Aber auch für unsere Region führt Prof. Follmann Beispiele an, bei denen er oftaktiv mitwirkt, ja teilweise auch Antreiber ist. So sieht man in Darmstadt allerorten kleinere und größere Maßnahmen, die die Stadt fahrradfreundlicher machen. Ein großes Projekt für den Offenbacher/Frankfurter Raum spricht er ebenfalls an. Es sollen Korridore für ein Rad-Hauptnetz zwischen den Ober und Mittelzentren angelegt werden, die vor allem für einenRad-Berufsverkehr gedacht sind. Bislang plant man die Fahrradwege hauptsächlich zur Freizeitgestaltung. Auch Groß-Umstadt könne angeschlossen werden.

Das Thema Sicherheit ist für ihn von zentraler Bedeutung. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer steigt seit Jahren. Von Januar bis Mai 2019 gab es 158 Opfer, 16 mehr als im Vorjahreszeitraum. „Die Probleme sind bekannt“ so sagt er, „die Lösungen lassen seit Jahr(zehnt)en auf sich warten“. Die Bedingungen müssen so verändert werden, dass wir gerne das Fahrrad nutzen und sie müssen so sicher sein, dass unsere 10 bis 12-jährigen Kinder bedenkenlos alleine mit dem Rad fahren können.

Prof. Follmann spricht auch die Groß-Umstädter Verhältnisse an. Er hat vor nunmehr fast zweieinhalb Jahren das Radverkehrskonzept für unsere Stadt erarbeitet und zeigte sich enttäuscht, dass bislang fast nichts passiert ist.

Im Vorfeld des Vortrags hatten die Grünen zu einem „Stadtradeln“ zu neuralgischen Punkten eingeladen und den Handlungsbedarf mit den Teilnehmern diskutiert. Ziel ist es, Groß-Umstadt zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu machen. So fehlen beispielsweise durchgehende Achsen auf denen die Stadt sicher mit dem Rad durchquert werden kann. Die Diskussionen zur Umsetzung des Radverkehrskonzeptes sind inzwischen in Gang gekommen. Wir drängen weiter auf eine zeitangemessene Realisierung.

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